Weltfechtverband im Prozess gegen Reuters erfolgreich - Oberlandesgericht untersagt Falschangaben über offenen Brief an das IOC

30.07.2026

LAUSANNE, Switzerland, 30. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Der Weltfechtverband FIE begrüßt die Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 23. Juli 2026 im Verfahren gegen Reuters über einen am 5. Mai 2026 unter dem Titel "Athletes and coaches lobby IOC with concerns over fencing federation" veröffentlichten Bericht. Das Gericht untersagte Reuters die Verbreitung unwahrer Behauptungen über den Verband.

Am 5. Mai 2026 wurde ein offener Brief an IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und die Führung des Internationalen Fechtverbandes (FIE) veröffentlicht, in dem Vorwürfe gegen die Führung der FIE erhoben und eine externe Untersuchung gefordert wurden. Noch am selben Tag verbreitete die Nachrichtenagentur Reuters weltweit an Medien einen Bericht, wonach der offene Brief von "almost 3,000 athletes and coaches", also fast 3.000 Athleten und Trainern, unterzeichnet worden sei. Zahlreiche Medien weltweit übernahmen die Meldung.

Die FIE hat von Beginn an erklärt, dass diese Behauptungen unzutreffend und Teil einer Diffamierungskampagne gegen die Führung des Sports sind.

Reuters konnte die Richtigkeit der Zahl nicht glaubhaft machen und darf die Behauptung aufgrund des gerichtlichen Verbots nicht mehr aufstellen. Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat der Nachrichtenagentur im Wege der einstweiligen Verfügung untersagt, die Aussage zu verbreiten (Beschluss vom 23.07.2026, Az. 7 W 94/26). Das Landgericht Hamburg hatte den Verfügungsantrag zunächst zurückgewiesen; die Entscheidung erging auf die Beschwerde der FIE. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung droht Reuters ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft.

Das Gericht stufte die Aussage als unwahre Tatsachenbehauptung ein. Nach den Feststellungen des Gerichts erfolgte die Unterzeichnung des offenen Briefes über ein Online-Formular, das für jeden Interessierten frei zugänglich war. Unstreitig wurde weder die Identität der Unterzeichner geprüft noch die Angabe, es handele sich um Athleten oder Trainer. Fast die Hälfte der Einträge wurde anonym abgegeben. Der Initiator rief überdies dazu auf, den Brief an Dritte weiterzuleiten, die ebenfalls unterzeichnen könnten.

Das Gericht hielt fest, dass an der Verbreitung unwahrer Tatsachen kein berechtigtes Interesse besteht. Es hob hervor, dass es der Äußerung ein erheblicheres, die Rechte des Verbandes verletzendes Gewicht verleiht, wenn fast 3.000 Athleten und Trainer als Unterzeichner angegeben werden statt einer entsprechenden Anzahl nicht weiter individualisierbarer Personen: Von Athleten und Trainern erwartet der durchschnittliche Leser eine größere Sachkunde bezüglich der Vorgänge im Weltverband.

FIE-Interimspräsident Abdelmoneim El Husseiny: "Die haltlose Behauptung, die Reuters veröffentlichte, war die einzige Grundlage für die weltweite Aufmerksamkeit, die dieser Brief erhalten hat. Diese Grundlage ist nun gerichtlich als unwahr eingestuft, und Reuters selbst räumt inzwischen ein, die Zahl nie unabhängig überprüft zu haben. Eine Kampagne, die auf einer anonymen, ungeprüften und für jedermann manipulierbaren Online-Liste beruht, diskreditiert sich selbst und mit ihr jeden Vorwurf, der sich auf sie stützt."

Rechtsanwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel, der die FIE vertritt: "Der Initiator des Beschwerdebriefes hat schon vor dessen Absendung öffentlich zur Manipulation der Unterzeichnerliste aufgerufen. Aus einer zur Hälfte anonymen, teilweise gefälschten und von beliebigen Dritten unterzeichneten Liste wurde ein Beschwerdebrief von 3.000 Athleten und Trainern. Ein bizarrer Vorgang: Die Integrität des Weltverbandes sollte mit einer Liste erschüttert werden, die selbst keinerlei Integrität besitzt."

Nach der Entscheidung hat Reuters den Artikel korrigiert. Laut Korrekturvermerk wurde die Zahl von 3.000 entfernt. Reuters erklärt ausdrücklich, die Unterschriften nicht unabhängig überprüft zu haben, und weist darauf hin, dass die FIE-Zahl und Echtheit der Unterzeichner bestreitet.

Pressekontakt: sec.gen@fie.ch

Cision View original content:https://www.prnewswire.com/news-releases/weltfechtverband-im-prozess-gegen-reuters-erfolgreich---oberlandesgericht-untersagt-falschangaben-uber-offenen-brief-an-das-ioc-302838347.html


Bundesrat zieht rote Linie im Schulunterricht: Landessprachen werden zur Bundesaufgabe

Der Bundesrat verschärft im Streit um das Frühfranzösisch den Ton und greift zu einem bundesrechtlichen Instrument. Alle Primarschülerinnen und Primarschüler in der Schweiz sollen künftig zwingend eine zweite Landessprache lernen. Um dieses Ziel durchzusetzen, hat die Landesregierung eine...

Read more


Zuwanderung, Wohnungsnot, Arbeitskräfte: Schweiz stimmt über Bevölkerungslimit ab

Die Schweiz stimmt an diesem Wochenende über eine der umstrittensten Initiativen der vergangenen Jahre ab: „Keine 10-Millionen-Schweiz!“. Der Vorstoß der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), auch bekannt als Schweizerische Volkspartei oder Swiss People's Party, sieht vor,...

Read more


Biomarker im Speichel: Zürcher Studie ebnet Weg zu Schnelltest gegen Übermüdung

Forschende der Universität Zürich (UZH) haben einen Ansatz entwickelt, mit dem sich akuter Schlafmangel im Speichel nachweisen lässt. In einer aktuellen Studie identifizierte das Team um Thomas Krämer vom Institut für Rechtsmedizin eine Art metabolischen Fingerabdruck, der starke Übermüdung...

Read more


Zürcher Handelsgericht weist Grossteil von Palantirs Gegendarstellungs-Klage ab

Der US-Datenkonzern Palantir hat in der Schweiz eine deutliche juristische Niederlage erlitten. Das Handelsgericht Zürich wies 22 von 23 beanstandeten Passagen in zwei kritischen Artikeln des Online-Magazins «Republik» zurück. Lediglich eine einzelne Formulierung muss die Redaktion...

Read more


Schweiz stimmt über Bevölkerungsdeckel ab – Freizügigkeit mit der EU unter Druck

In der Schweiz entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Sonntag über eine weitreichende Begrenzung der Bevölkerungszahl. Zur Abstimmung steht eine Volksinitiative der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), die den Bestand des Landes bis 2050 auf höchstens zehn...

Read more