Der Schweizer Mietwohnungsmarkt zeigt sich im Jahr 2027 ambivalent. Zwar ist mit einer Zunahme des Angebots zu rechnen, da Wüest Partner für 2027 die Entstehung von 50.000 zusätzlichen Wohnungen prognostiziert, doch eine deutliche Entlastung bleibt aus. Im Vergleich dazu wurden 2026 rund 45.000 und im Jahr 2025 lediglich 39.000 Wohnungen gebaut. Trotz eines Höchststands von 107.800 angebotenen Mietwohnungen im dritten Quartal 2026 bleibt der Preisdruck bestehen.
Die Angebotsmieten werden schweizweit weiter steigen, wenngleich das Tempo abnimmt. Während das Wachstum 2026 noch bei 1,9 Prozent lag, wird es für 2027 auf 0,9 Prozent geschätzt. In der Innerschweiz wird ein Anstieg von 1,4 Prozent erwartet, was eine deutliche Verlangsamung gegenüber den 3,9 Prozent des Vorjahres darstellt. Ein wesentlicher Treiber ist die robuste Wirtschaft mit einem erwarteten Beschäftigungswachstum von 1,4 Prozent, was die Nachfrage zusätzlich stützt.
Parallel dazu verschärft sich die Situation bei Eigentumswohnungen. Die Baugesuche für den Zeitraum vom dritten Quartal 2025 bis zum zweiten Quartal 2026 beliefen sich auf 12.800 Einheiten, was 16 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt. Zudem steigen die Baukosten 2027 voraussichtlich um weitere 3 Prozent, primär aufgrund höherer Energiepreise. Besonders in der Zentralschweiz und Graubünden ist das Angebot mit einer Quote von 1,5 Prozent extrem knapp, während das Tessin 13,8 Prozent aufweist.
Auch der Markt für Einfamilienhäuser bleibt angespannt, da nur rund 5.900 Neubauten für 2027 geplant sind. Dies ist knapp ein Drittel weniger als vor zehn Jahren, bedingt durch hohe Grundstückspreise und strengere Bauvorschriften. Stattdessen setzen Eigentümer auf Sanierungen; auf die Neubauten kommen 2027 rund 14.500 Umbauten. Diese Entwicklung wird unter anderem durch die geplante Abschaffung des Eigenmietwerts im Jahr 2029 beeinflusst, während Haushalte zunehmend in Kantone wie Aargau, Thurgau und Schaffhausen ausweichen.



