
Die ETH Zürich siedelt ihr neues Erdbeobachtungszentrum «ETH Swiss GeoLab» im D4 Business Village in Root im Kanton Luzern an. Ausschlaggebend für den Entscheid waren laut der Hochschule sofort verfügbare und skalierbare Flächen, die gute ÖV-Anbindung an Zürich sowie das unternehmerische Umfeld mit dem benachbarten Technopark Luzern. Mit dem Zentrum baut die ETH eine ausserhalb von Zürich angesiedelte Plattform auf, die Forschung und anwendungsorientierte Projekte im Bereich Erdbeobachtung bündeln soll.
Der Aufbau des GeoLab erfolgt gestaffelt. Zunächst nimmt ein Kernteam um Geschäftsführer Felix Seidel die Arbeit in Luzern auf, bevor bis etwa 2030 rund 100 Expertinnen und Experten projektbasiert in Root tätig sein sollen. Das Zentrum wird Daten aus dem All, aus der Luft und vom Boden mit KI-gestützten Analysemethoden und Hochleistungsrechnern kombinieren. Im Fokus stehen praxisnahe Anwendungen, etwa zur Früherkennung von Naturkatastrophen oder für Prognosen landwirtschaftlicher Erträge.
Als erstes Pilotprojekt ist die Früherkennung von Massenbewegungen wie Fels- und Bergstürzen geplant, gestützt auf Satellitenbilder. Bestehende kantonale Warnsysteme sollen optimiert und auf den gesamten Alpenraum der Schweiz ausgeweitet werden. Damit zielt das GeoLab auf verbesserte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber in einem Land, das stark von Naturgefahren geprägt ist.
Ermöglicht wird das interdisziplinäre Kompetenzzentrum durch eine Spende der Jörg-G.-Bucherer-Stiftung in Höhe von 100 Millionen Franken, verbunden mit der Auflage, den Standort in der Region Luzern anzusiedeln. Das Interesse im Kanton war gross: Bei der Wirtschaftsförderung Luzern gingen 46 Bewerbungen ein, sieben Standorte kamen in die engere Auswahl und wurden im Januar von einer ETH-Delegation vor Ort geprüft. Der Kanton Luzern beteiligt sich zudem mit 2,8 Millionen Franken an der Infrastruktur. Wirtschafts- und FDP-Regierungsrat Fabian Peter spricht von einem Innovationscluster rund um Business Village und Technopark, von dem der Kanton und die gesamte Zentralschweiz profitieren sollen.

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