Das geplante Megaprojekt auf dem EWL-Areal in Luzern steht derzeit still. Obwohl die Bauarbeiten zwischen der Industriestrasse und den Gleisen bereits im Sommer hätten beginnen sollen, blockiert eine noch hängige Einsprache gegen das Baugesuch vom Herbst 2025 das Vorhaben. Anja Kloth, Geschäftsführerin der EWL Areal AG, bestätigte, dass zwar zwei Einsprachen eingegangen waren, eine davon jedoch einvernehmlich beigelegt wurde. Eine Baubewilligung liegt aktuell noch nicht vor, weshalb kein verlässlicher Zeitpunkt für den Baustart genannt werden kann.
Das Projekt umfasst die Entwicklung eines der grössten zusammenhängenden Grundstücke in Zentrumslage. Geplant ist ein neues Stadtgeviert, in dem die Feuerwehr, der Rettungsdienst und der Zivilschutz zentral gebündelt werden. Zudem sollen 92 gemeinnützige Wohnungen, 57 Alterswohnungen sowie städtische Büros entstehen. Ein wesentlicher Treiber ist die Notwendigkeit, den aktuellen Stützpunkt der Feuerwehr an der Kleinmattstrasse zu verlassen, da dieser zu klein und nicht erdbebensicher ist.
Finanziell ist das Projekt mit Gesamtkosten von rund 265 Millionen Franken beziffert. Die EWL Areal AG wird von der Stadt Luzern, der EWL und der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL) getragen. Während das Aktienkapital laut Handelsregister bei sechs Millionen Franken liegt, stimmte die Bevölkerung im Juni 2024 einer Erhöhung auf 65 Millionen Franken zu. Das Projekt soll zudem rund 600 neue Arbeitsplätze schaffen und umfasst Architekturleistungen der Firmen E2A und Masswerk sowie Landschaftsplanung von Balliana Schubert.
Die Stadt Luzern warnt in ihrer Beteiligungsstrategie 2027–2030 nun vor möglichen Finanzierungslücken. Aufgrund der ungenügenden Projektreserve könnten die Verzögerungen dazu führen, dass die Aktionäre Nachfinanzierungen leisten müssen. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Gebäude der ersten Etappe 2029 und die der zweiten Etappe 2032 fertiggestellt werden. Die EWL Areal AG erklärte auf Anfrage, dass die Aktionäre die zeitlichen und finanziellen Auswirkungen der Verzögerungen laufend beurteilen.



